28.11.2025
Abschied von Gudrun Vogt im Gemeindebüro

Zum Jahresbeginn endet eine Ära: Unsere langjährige Gemeindesekretärin Gudrun Vogt verabschiedet sich nach über 31 Jahren aus ihrem Dienst in der Kirchengemeinde Naumburg. Wir haben mit ihr über ihre Erfahrungen, Erinnerungen und Wünsche gesprochen.

Was hat Sie damals bewogen, die Stelle als Gemeindesekretärin anzunehmen? Ich wusste, dass Frau Ohse, meine Vorgängerin als Gemeindesekretärin in der Domgemeinde in den Ruhestand geht. Da ich auf Suche nach einer Teilzeitstelle war und ich mich der Domgemeinde verbunden fühlte, bewarb ich mich.

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Arbeitstag? Ja, im Othmarsplatz 10 gab es seit kurzem ein gemeinsames Büro für die damaligen Gemeinden St. Wenzel, Gemeinde St. Moritz und St. Othmar und der Domgemeinde. Frau Stange war meine Kollegin und die Pfarrer waren Herr Meyer, Herr Zillmann, Frau Sander und Herr Bartsch.

Wie hat sich die Kirchengemeinde in den letzten zwei Jahrzehnten aus Ihrer Sicht verändert? Nachdem sich die drei Stadtgemeinden zu einem Kirchspiel zusammengetan haben, wurde dann 2011 eine Stadtgemeinde gegründet. Es war eine Herausforderung für die Mitarbeiter, aber auch für die Gemeindeglieder. Unsere Kirchengemeinde hat in den Jahren an Mitgliedern verloren, aber trotzdem gab und gibt es immer noch viele ehrenamtliche Gemeindeglieder und die braucht die Gemeinde ganz nötig.

Welche technischen oder organisatorischen Neuerungen haben Ihren Arbeitsalltag besonders geprägt? Nachdem auf meinem Arbeitsplatz im Jahr 1994 eine neue elektrische Schreibmaschine mit Diskettenlaufwerk stand, hat sich gewaltig was verändert. Das Einarbeiten am PC ging schnell und hat mir Freude bereitet. Der Umgang und das Einarbeiten mit den neuen und der sich ständig änderten digitalen Welt ist herauffordernd. Leider geht dabei auch der persönliche Kontakt zu den Gemeindegliedern verloren. Mit dem Umzug ins Haus der Kirche gab es vieles, was den Arbeitsalltag im Büro verändert hat. Plötzlich ging es, darum auch die Belegung der Räume zu organisieren und vieles mehr. In den letzten Jahren kam auch die Verwaltung angrenzender Kirchspiele dazu.

Was waren die größten Herausforderungen in Ihrer Tätigkeit? Ob es die größte Herausforderung war, kann ich nicht so sagen, aber die täglich anfallenden notwendigen termingebundenen Arbeiten zu erledigen und alles was so „nebenbei“ ständig anfällt zu bewältigen, das ist nicht immer einfach.

Wie würden Sie die Zusammenarbeit mit Pfarrern, Ehrenamtlichen und Gemeindegliedern beschreiben? Ich fand die Zusammenarbeit mit den Menschen, die mir täglich begegneten immer sehr angenehm. Sicher gab es auch mal Meinungsverschiedenheiten und es war gelegentlich auch mal chaotisch, aber nie verletzend.

Gibt es Begegnungen, die Ihnen besonders in Erinnerung bleiben? In den 31 Jahren habe ich mit mehreren Pfarrern, Pfarrinnen, Katechetinnen und Kirchenmusikern zusammengearbeitet, da gibt es viele schöne Erinnerungen an Konzerte, Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen wie z.B. Himmelfahrtswanderungen nach Schönburg, Stadtkirchentag und die Arbeit im Helferkreis vor Jahren mit Kuchenbasaren im Dom und vielen schönen Aktionen.

Gibt es ein Bibelwort oder einen Gedanken, der Sie in Ihrer Arbeit begleitet hat? Psalm 26, 8 „HERR, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt.“ Für mich ist die "Stätte deines Hauses" nicht unbedingt das Kirchengebäude. Für mich ist es ein Ort, wo Menschen sind, die mit Gott leben, die Gott in ihrem Herzen haben.

Was wünschen Sie der Kirchengemeinde für die Zukunft? Natürlich zuallererst Gottes reichen Segen! Ich könnte noch viele Wünsche dazufügen. Dass eine junge Generation in unserer Gemeinde heranwächst, das ist ein großer Wunsch.

Was nehmen Sie persönlich aus dieser Zeit mit und worauf freuen Sie sich jetzt besonders? Ich bin dankbar, dass ich 31 Jahre in dieser Tätigkeit als Gemeindesekretärin arbeiten durfte. Ich danke Gott, dass er mich an diesen Platz gestellt hat und freue mich nun aber auch sehr auf den Ruhestand und auf Zeit für viele andere Dinge, besonders auch Zeit für die Familie.

Danke für das Interview, liebe Frau Vogt! Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie alles Liebe und vor allem Gottes Segen!

Frau Vogt wird im Gottesdienst am 11.01.2026 in der Marienkirche am Dom verabschiedet.