Auf ein Wort

Liebe Leserin, lieber Leser,

"Leben und volle Genüge!" - in mir löst diese Zusage aus dem Johannesevangelium Staunen aus über die Fülle, die Gott uns Menschen schenken will! - Sie passt zum Sommer und zur Urlaubszeit: "volle Genüge und Leben haben..."
"Wie großzügig", würden wir sagen, wenn uns einer so entgegentritt.

Und dann sind aber auch sogleich Bilder dieser Welt vor meinem inneren Auge, die von Leere und Sinnlosigkeit zeugen und Wortfetzen unseres Alltags drängen in meine Ohren: von Drückebergern, von Neid, von Angst ist zu oft die Rede und bestimmt manchmal die öffentliche und private Debatte

Was gönnen wir eigentlich dem Nächsten? Dem Nächsten und dem Fremden? Warum sind wir manchmal so missmutig?
Liegt es daran, dass wir uns selbst zuviel zumuten und dann meinen, jeder andere solle doch bitte sein Brot auch sauer verdienen?

Gehen wir darum manchmal leichtfertig mit der Not anderer um und leben wie blind und taub und kommen nicht heraus aus unserem alltäglichen Rad.

In der Bibel lesen wir von den Fehlern der Menschen und den Taten Gottes:
Gott schuf Himmel, Erde und den Menschen. Und mit dem Menschen beginnt das große Begehren: der Sündenfall, der Brudermord, Sodom und Gomorra!

Leben und volle Genüge, ist das so gemeint?
65 Kapitel nach der Schöpfungsgeschichte lesen wir, dass Gott den Sabbat schenkt, - die Zeit zur Ruhe!

Gott danken und loben und mit seinem Wort erfahren, was wirklich zählt in meinem Leben, immer wieder neu sehen und hören! Das wünsche ich uns allen in diesen Som- mertagen, dass wir gute und gefüllte Zeit finden, dass wir diese aber nicht nur im Garten oder auf Reisen in Äußerlichkeiten für uns selber suchen!

"Leben und volle Genüge für alle!" Du und Ich sind gemeint! Wäre es nicht schön, großzügig genannt zu werden?

Bleiben Sie behütet! Michael Bartsch, Pfarrer