Wer ist eigentlich dieser Jesus und warum ist er mir so nahe?

Jedes Jahr aufs Neue nden wir uns an Weihnachten in den Kirchen zum Krippen- spiel zusammen. Jedes Jahr aufs Neue stau- nen wir, wenn Gott als Mensch, als Baby zu uns kommt. Der allmächtige Gott wird klein, schwach und verwundbar - für uns. Gott kommt uns durch die Geburt Jesu so nah wie nie zuvor.

Doch berechtigterweise müssen wir auch sagen, dass wir erst einmal einen passiven Gott erleben. Was kann so ein kleines Kind schon tun außer schreien, essen und schla- fen? Da ist kein Reden und kein Handeln. Dies ändert sich, als Jesus heranwächst und nach und nach mehr zeigt, wer er ist und welche Macht und Kraft in ihm steckt.

Mit den Kindern und Jugendlichen aus den Gemeinden habe ich diesen Mann, der von den Menschen umjubelt und gefeiert wur- de, gesucht. Den Mann, dem sie Palmen- zweige und Kleider vor die Füße legten, wie sie es sonst nur für einen König tun würden. Was haben sie ihm wohl zugerufen? "Mein König. Mein Held. Mein Beschützer. Mein Arzt und Heiler. Mein Tröster ...", fällt den Kindern und Jugendlichen sofort ein. Jesus scheint den Menschen näher gekommen zu sein, indem er ihnen das gab, was sie am nötigsten brauchten: Aufmerksamkeit und Liebe.

Doch Jesus kommt uns noch näher. So nahe, dass wir spüren dürfen, dass er tatsächlich einer von uns ist. Wir erleben ihn als Freund und Diener, der mit uns gemeinsam isst, feiert und uns sogar die Füße wäscht. Aber er zeigt sich uns auch als ein Mensch, der Angst hat, der Schmerz emp ndet, der Schutz und Hilfe bei seinem Vater sucht, weil er weiß, dass sein Schicksal sich in we- nigen Stunden erfüllen wird.

Berührt sind wir aber letztendlich durch sei- ne Tat. Er, der unschuldig ist, befreit uns, die eigentlichen Schuldigen. Er rettet uns, in- dem er für uns den schlimmsten Tod stirbt. Keiner von uns mag sich vorstellen, was für ein qualvoller Tod es gewesen sein muss - doch wer wäre nicht berührt, wenn sein Freund so etwas für ihn tun würde?!

Sicherlich haben Jesus Freunde, die Jünger und seine Nachfolger, zu diesem Zeitpunkt von ihm noch ganz anders gedacht. Nicht aber vom Befreier und Retter. Das änderte sich allerdings, als die Frauen wenige Tag später jubelnd vom Grab Jesu zurückkeh- ren. Ein Jubel, indem etwas mitschwingt: Geschenkte Hoffnung und die Gewissheit - auch für uns - er ist nicht fort. Er ist da! Er ist bei uns und uns, so unglaublich Nahe.

"Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!"

Gesegnete Grüße, Ihre Nicole Wienke, Gemeindepädagogin