Auf ein Wort

Mit dem Wasser fängt alles an!

Waren sie schon einmal an einem heißen Sommertag wandern und kamen an eine kühle Quelle? Plätschernd hörten sie das Wasser aus dem Stein hervorquellen. Mit den geschlossenen Händen schöpften sie das klare Was- ser, um ihren Durst zu stillen – was für ein wunderbares Gefühl!

Von einem solchen Erlebnis spricht auch die Jahreslo- sung für das kommende Jahr 2018:

„Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“
(Offb. 21, 6)

Letzte Woche hatten wir einen Heizungsschaden in
unserem Wohnhaus. Fünf Tage waren wir zwar nicht
ohne Wasser, aber ohne heißes Wasser. Schon das ver-
änderte unseren normalen Lebensablauf erheblich. Der
funktionierende Wasserhahn ist für uns selbstverständlich geworden. Wir vergessen zumeist in unserer Gesellschaft, wie wertvoll der Zugang zu sauberem Wasser ist. Alle zwanzig Sekunden stirbt ein Kind an unzureichender Wasserversorgung. Unvorstellbar!

Durst ist aber mehr als nur das Bedürfnis nach trinkbarem Wasser. Es gibt den unstillba-ren Durst nach Leben. Wir dürsten nach Erfolg, Gesundheit, Partnerschaft, Karriere und Glück. Das lassen wir uns etwas kosten. Darauf verwenden wir viel Mühe. Dabei verges-sen wir, dass Gott uns bereits lebendiges Wasser bereitstellt. Und das ganz umsonst!

Das Bild vom Künstler Eberhard Münch stellt es dar. Wir brauchen nur mit den Händen das Wasser zu schöpfen. Das Quellwasser sprudelt, ob wir daraus schöpfen oder nicht. Und da ist mehr: ein glutroter Strahl, ein farbiges Band zwischen Himmel und Erde. Ein Zeichen für Gottes Liebe, Gottes Licht, das in unseren Alltag hineinstrahlt. Wasser, das uns zur Quelle des Lebens wird.

Eine gesegnete Zeit
und ein lebendig sprudelndes Jahr 2018 wünscht Ihnen
Ihr
Pfarrer Dr. Roland M. Lehmann