Friedhof St. Othmar

Wer über den kleinen Friedhof geht, kann erahnen, welche Bedeutung dieses Kleinod für viele Naumburger haben mag. Insgesamt fanden weit mehr als 50.000 Menschen hier ihre letzte Ruhestätte. Im Lauf der Jahrhunderte wurden die Gräber circa viermal belegt. Die Besonderheit dieses Friedhofes besteht darin, dass er zu den wenigen Friedhöfen in Deutschland gehört, die im Stadtgebiet liegen und  mit wenigen Hilfskräften betreut von der Evangelische Kirchengemeinde in Naumburg genutzt werden.

Richter und Juristen des Oberlandesgerichts, aber auch Künstler, Kunsthandwerker und Musiker der Stadt Naumburg ließen sich auf der kleinen von 1,4 Hektar großen Fläche begraben.

Hier findet man das Grab der Pianistin Anne Schäfer, der Bildhauerin Grete Tschaplowitz, den Malern Prof. Rentsch, Bernd Grothe, Fritz Amman und Rolf Focke.

Die Gründung des Friedhofes geht auf Initiative des ersten lutherischen Bischofs von Deutschland (1542-1546) - Nikolaus von Amsdorf - im Jahr 1543 zurück. Aufgrund der Pestjahre gegen Ende des 15. Jahrhundert befürchtete die St. Othmarsgemeinde, dass der Gottesacker um ihre Kirche herum zu klein werden könnte.

Die Kirchenväter Silvester Liebe und Valentin Barth baten daher das Domkapitel um einen Platz zur Vergrößerung des Gottesackers. Doch die katholischen Priester fürchteten um ihre Einnahmen, weshalb sie die Vergrößerung hinauszögerten. Nach jahrelangem Warten fand schließlich Nikolaus von Amsdorf einen Fürsprecher beim Kurfürsten Johann Friedrich.

Dieser schenkte der Gemeinde durch den Bürger, Meister Veit Ehrhardt, im Jahr 1543 ein Landstück der Schwarzburger Güter hinter dem Waidgarten, welche dem Kurfürsten als Bestandteil der Güter des St. Moritzklosters gehörte. Daraufhin wurden die Begräbnisse auf dem alten Gottesacker um die St. Othmarskirche eingestellt, so dass dort ein Grüner Platz entstand, der im 17. Jahrhundert mit Häusern besetzt wurde.

Seit 1550 wurde der Friedhof auch von der St. Moritzgemeinde genutzt, da diese seit dem Verkauf der Klostergüter durch den Kurfürsten Johann Friedrich an die Stadt Naumburg im Jahr 1543 keinen Platz für einen eigenen Kirchhof besaß. Am 5. Februar 1655 kam es zwischen der Othmars- und der Moritzgemeinde zu einer Regelung, bei dem beide Gemeinden gleichberechtigt den Friedhof zu nutzen und zu verwalten haben. Der Bau der Feierhalle wurde im Jahr 1601 fertiggestellt, wie es eine eingeschlagene Zahl an einem Pilaster dokumentiert. Sollten Sie einmal vor der Feierhalle stehen, achten Sie bitte auf die Sonderheiten der Fenster und Türen. Ihnen wird auffallen, dass besagte Elemente nach oben nicht im Lot, sondern leicht konisch zulaufen. Die Feierhalle dient heute noch der Kirchengemeinde als Trauerkapelle.

 

Anschrift:

Friedhofsverwalter Egbert Rockstroh
Schulstraße 16
06618 Naumburg (Saale)
Tel.: 03445/775993
Friedhof-St-Othmar@t-online.de

Sprechzeiten

Mo 9:00 Uhr bis 12:00 Uhr
Di 9:00 Uhr bis 12:00 Uhr und 13:00 Uhr bis 15:00 Uhr
Mi geschlossen
Do 9:00 Uhr bis 12:00 Uhr
Fr 9:00 Uhr bis 12:00 Uhr

Außerhalb der Sprechzeiten sind Terminvereinbarungen möglich!

 

Auskünfte zu den Gebühren und zur Satzung:

1. Friedhofsatzung vom 22.01.2013

2. Gebührenordnung vom 18.02.2013

3. Änderung der Gebührenordnung vom 9.6.2017
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Fotogalerie Friedhof

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